Psychotherapie bei fortgeschritten erkrankten Krebspatient:innen
DOI:
https://doi.org/10.30820/1664-9583-2026-2-43Schlagworte:
Psychoonkologie, fortgeschrittene Krebserkrankung, existenzielles Leiden, CALM, Palliativpsychotherapie, doppelte Bewusstheit, Würde, SinnfindungAbstract
Fortgeschrittene Krebserkrankungen bedeuten nicht nur eine medizinische, sondern eine existenzielle Krise. Neben diagnostizierbaren psychischen Störungen – Angst, Depression, Anpassungsstörungen – tritt bei vielen Erkrankten ein Erleben auf, das diagnostisch schwerer zu fassen ist: existenzielles Leiden, Demoralisierung, der Verlust von Sinn und Würde. Moderne onkologische Behandlungen konnten die Lebenserwartung auch im palliativen Stadium in vielen Fällen erheblich verlängern und eine neue klinische Realität mit sich bringen, die psychotherapeutisch noch unzureichend erfasst ist. Der vorliegende Beitrag beschreibt den theoretischen und empirischen Rahmen evidenzbasierter Psychotherapieansätze für fortgeschritten erkrankte Krebspatient:innen und konzentriert sich auf den CALM-Ansatz (Managing Cancer And Living Meaningfully): eine manualisierte, sinnorientierte Kurzzeittherapie, die aus empirischer und klinischer Evidenz abgeleitet und in verschiedenen therapeutischen Schulen verankert ist. Randomisierte kontrollierte Studien belegen die Wirksamkeit hinsichtlich Depressivität, psychischem Wohlbefinden und der Vorbereitung auf das Lebensende. Ein ausführliches Beispiel aus der psychoonkologischen Praxis skizziert beispielhaft die psychotherapeutische Arbeit mit CALM.
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