Kann Kunsttherapie in der onkologischen Rehabilitation hilfreich sein?
DOI:
https://doi.org/10.30820/1664-9583-2026-1-15Schlagworte:
Kunsttherapie, Onkologie, RehabilitationAbstract
Dank der Fortschritte in der Krebserkennung und -behandlung gewinnt der Bereich der onkologischen Rehabilitation immer mehr an Bedeutung. Um die Wirksamkeit der onkologischen Rehabilitation zu verbessern, können Geist-Körper-Interventionen wie Kunsttherapie (KT) eingesetzt werden, um den Patienten zu helfen, die komplexen psychologischen und emotionalen Folgen einer Krebserkrankung zu verstehen und zu bewältigen. Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit eines multidisziplinären onkologischen Rehabilitationsprogramms in Kombination mit einer KT-Gruppenintervention mit der Wirksamkeit des konventionellen Programms bei der Verbesserung der körperlichen und kognitiven Rehabilitationsergebnisse bei Krebspatienten zu vergleichen. Darüber hinaus zielt es darauf ab, die subjektiven Erfahrungen der Teilnehmer und den wahrgenommenen Nutzen im Zusammenhang mit KT zu untersuchen. Diese Studie ist eine retrospektive Beobachtungsstudie mit Messungen vor und nach der Intervention. Analysiert wurden soziodemografische Variablen, klinische Informationen und Rehabilitationsergebnisse, die im Rahmen des Nationalen Rehabilitationsmessplans der Schweizerischen Nationalen Vereinigung für Qualitätsentwicklung in Krankenhäusern und Kliniken (ANQ) erhoben wurden. Zur Messung der Rehabilitationseffektivität wurden Rehabilitationsindizes (Res) auf Basis der Werte des Functional Independent Measure (FIM) berechnet. Der subjektiv wahrgenommene Nutzen der Teilnehmer wurde speziell für diese Studie am Ende der KT-Intervention mithilfe eines eigens entwickelten Fragebogens erfasst. Die endgültige Stichprobe umfasste 102 Krebspatienten, die an einem stationären Rehabilitationsprogramm der CREOC-Rehabilitationsklinik in Novaggio, Schweiz, teilnahmen. Die Interventionsgruppe (IG) bestand aus 54 Teilnehmern und die Kontrollgruppe (KG) aus 48. Die Teilnehmer der KT-Gruppe zeigten im Vergleich zur KG eine stärkere Verbesserung der motorischen und kognitiven Funktionen. Dieses Ergebnis stützt die Hypothese, dass KT eine Intervention ist, die die kognitiven und motorischen Funktionen von Patienten signifikant beeinflussen kann, was sich in traditionellen Rehabilitationsindikatoren widerspiegelt. Zudem stellt sie ein therapeutisches Instrument dar, das Patienten während des gesamten Rehabilitationsprogramms unterstützt. Entsprechend dieser Interpretation empfanden die meisten Teilnehmer die KT als «persönliche Entwicklungserfahrung» und berichteten, dass sie ihnen geholfen habe, ihr wahrgenommenes «Behandlungspotenzial» zu verbessern. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass KT durch die Stärkung der Patientenautonomie die Ergebnisse der traditionellen Krebsrehabilitation, gemessen am kognitiven und motorischen Funktionsstatus, signifikant verbessern kann. KT stellt somit ein unspezifisches therapeutisches Instrument dar, das für Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern nützlich sein und in verschiedenen Kontexten Vorteile bieten kann. Ein Krankenhaus, das KT-Interventionen in die Krebsrehabilitation integriert, kann Krebspatienten mit verschiedenen Krankheitsbildern, Persönlichkeitsmerkmalen und Bedürfnissen durch den Einsatz eines praktischen, kostengünstigen und effizienten Instruments besser unterstützen.
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