KI als Sennenpuppe, vertrautes Gegenüber und Werkzeug mit geistiger Rückwirkung
Essay
DOI :
https://doi.org/10.30820/1664-9583-2026-2-35Mots-clés :
KI, Anthropomorphisierung, Übermut, Androiden, Mythologie und Kollektives UnbewusstesRésumé
Die KI als neues technologisches Werkzeug, das unser Zusammenleben in vielen Bereichen verändert, wird aus mythologischer Perspektive betrachtet, wobei auch evolutionsbiologische und psychotherapeutische Gesichtspunkte einbezogen werden. Diese Arbeit geht davon aus, dass die KI eine aktuelle Manifestation des Mythos der Herstellung künstlicher Menschen darstellt, wie er bereits bei den alten Griechen zum Ausdruck kommt. Damals galt dies als Frevel gegen die Götter. Heute besteht die Gefahr, dass die KI zum Frevel gegen die Natur des Menschen als selbstbestimmtes Individuum wird. Als Beispiel, an dem diese Problematik gezeigt wird, dient die Sennenpuppe, ein Sagenmotiv aus den Alpen. Es zeigen sich Parallelen zwischen der in der Sage lebendig gewordenen und selbstständig handelnden Puppe und heutigen Geschehnissen rund um die KI. Wird sie als Instrument zur Machtausübung benutzt oder als Werkzeug, das allen dient? Oder unterwirft sie uns und handelt selbstständig, ohne dass wir sie kontrollieren können? Die Kontrolle zu behalten über die KI entscheidet, ob sie zu einer gesellschaftlichen Utopie oder Dystopie führen wird. Auf der individuellen Ebene im Umgang mit der KI zeigt sich ihre Anthropomorphisierung als Problem, eine Tatsache, die sich auf dem Hintergrund unserer sozialen Fähigkeiten ableitet.
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Schlegel, M. (2026). KI als Sennenpuppe, vertrautes Gegenüber und Werkzeug mit geistiger Rückwirkung: Essay. Science psychothérapeutique, 16(2), 35–41. https://doi.org/10.30820/1664-9583-2026-2-35
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