«Die Seele … ist ein weites Land»

Bernd Rieken, Omar Carlo Gioacchino Gelo

Abstract



Die Sonderstellung der Psychotherapiewissenschaft als selbstständiger Disziplin im Spannungsfeld zwischen nomothetischem und idiografischem Wissenschaftsverständnis wird plausibel gemacht. Dazu werden zunächst das herkömmliche mechanistische Wissenschaftsverständnis und seine Berechtigung skizziert, das, fussend auf systematischer Beobachtung und Experiment, vornehmlich durch die Kausalbeziehung von Ursache und Wirkung charakterisiert ist und geprägt wird durch das Streben nach Realismus, Objektivismus, Naturalismus und Universalismus. Demgegenüber legt das idiografische Wissenschaftsverständnis den Fokus auf den Einzelfall und seine Besonderheit, fragt aber gleichzeitig auch nach der Möglichkeit der Verallgemeinerbarkeit. Es ist charakterisiert durch Relativismus, Subjektivismus/Transaktionalismus, Konstruktivismus, aber auch Perspektivismus, der, obgleich eine vermittelnde Position beziehend, im wissenschaftlichen Diskurs nur eine untergeordnete Rolle spielt. Neben der Wirkursache finden dabei Zielursache, Ganzheit und analogischer Rationalitätstypus Anwendung. Nomothetisches und idiografisches Wissenschaftsverständnis sehen die Autoren als gleichermassen legitim an und plädieren daher für einen dialogischen Pluralismus.

Schlagworte


Nomothetisches und idiografisches Wissenschaftsverständnis; Realismus; Konstruktivismus; Perspektivismus; dialogischer Pluralismus

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DOI: https://doi.org/10.30820/1664-9583-2020-1-11

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