Verliebtheitsgefühle und damit assoziierte Phänomene gegenüber PatientInnen in der Psychotherapie

Esther Rhyn, Agnes von Wyl

Abstract



Verliebtheitsgefühle sind etwas Wunderbares und lassen die Gefühlswelt zu einer Achterbahn werden. Wenn derartige Empfindungen jedoch im psychotherapeutischen Setting gegenüber PatientInnen auftreten, können sie brisant sein. Dies stellte schon Freud fest. Diesbezüglich prägte er das Konzept der Gegenübertragung, das in den letzten 100 Jahren weiterentwickelt wurde. Empirische Untersuchungen zum Thema Verliebtheitsgefühle vonseiten Therapierender liegen viele Jahre zurück. Deshalb wurde in dieser Arbeit die Prävalenz von Verliebtheitsgefühlen und damit assoziierten Phänomenen gegenüber PatientInnen sowie entsprechende Einflüsse und Erklärungsmuster schweizweit bei PsychotherapeutInnen untersucht. Die Antworten der 409 Teilnehmenden wurden anhand quantitativer und qualitativer Methoden ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Verliebtheitsgefühle und viele der damit assoziierten Phänomene relativ häufig gegenüber PatientInnen vorkommen und dass dabei der Genderaspekt eine bedeutende Rolle spielt. Bezüglich Erklärungsmuster ist insbesondere hervorgegangen, was die Befragten unter Verliebtheitsgefühlen im therapeutischen Setting verstehen, wie sich ihnen Verliebtheitsgefühle gegenüber der Klientel gezeigt haben und weshalb diese Empfindungen entstehen können oder verhindert werden. Die Ergebnisse bieten eine breite Diskussionsbasis und regen zur Reflexion über ein heikles und oft tabuisiertes Thema an.

Schlagworte


Psychotherapie; Verliebtheitsgefühle; Gegenübertragungsliebe; sexuelle Gefühle; erotische Gefühle

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DOI: https://doi.org/10.30820/1664-9583-2020-1-67

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