Bericht aus den EAP-Meetings

Online, 11.–13. Februar 2021

Peter Schulthess

https://doi.org/10.30820/2504-5199-2021-1-15

Die EAP hat eine neue Präsidentin: Patricia Hunt. Sie ist International Officer for Psychotherapy des UKCP (United Kingdom Council for Psychotherapy) und verfügt über 30 Jahre Praxiserfahrung als Psychoanalytikerin. Man darf sich auf ihre Präsidentschaft freuen, hat sie doch das Zeug, um wirksam auf der EU-Ebene für die Psychotherapie einzustehen: klarer Auftritt, diplomatisches Geschick, politische Erfahrung. Auch wenn das UK die EU verlassen hat, sie ist eine überzeugende Person und wird zeigen, dass die Psychotherapeut*innen Europas sich durch den Brexit nicht spalten lassen. Der abtretende Präsident, Charles Cassar aus Malta, war nicht wirklich ein spürbarer Führer der EAP. Man merkte, dass Patricia Hunt schon zu seiner Zeit eigentlich die EAP führte und bereits einiges vorzuweisen hatte. Gut, liess er sie machen.

Die EAP wird nächstes Jahr 30 Jahre alt, Grund genug, am 12./13. März 2022 einen wissenschaftlichen Kongress in Wien zu organisieren und in diesem Rahmen das Jubiläum zu begehen.

Patricia Hunt, die neue Präsidentin der EAP

Patricia Hunt präsentierte einen Entwurf eines Positionspapiers zum rechtlichen Status der Psychotherapie in Europa. Das Positionspapier basiert auf der «Strassburg Deklaration», enthält eine Definition von Psychotherapie der EAP, beschreibt die Ausbildung und nimmt Bezug auf den «Psychotherapy Act» der EAP, mit dem für die Psychotherapie bei der EU-Kommission eine Regelung im Sinne des «Common Training Framework» (EFT) der EU beantragt wird. Das Papier enthält auch eine Übersicht über die aktuellen gesetzlichen Regelungen in den EU-Ländern. Vorgeschlagen wird ein EU-Pass für Psychotherapeut*innen (European Professional Card), wie er für andere Berufe bereits besteht.

Die Finanzen der EAP haben sich im Corona-Jahr deutlich verbessert, nicht zuletzt, weil die Herbstversammlung online statt physisch abgehalten wurde und ausserdem die Zahlungsmoral der Mitglieder trotz Corona höher war als erwartet.

Neu aufgenommen wurde eine Nationale Dachorganisation der Psychotherapeut*innen in Georgien wie auch die «Federation of Daseinsanalysis» und ein Gestalttherapie-Institut aus Sarajevo.

Das Board beschloss zum ersten Mal in der Geschichte der EAP, ein «Arbitrary Court» (ein Schiedsgericht) einzusetzen, um einen Konflikt zwischen zwei Instituten für Biosynthese und dem Schweizer Mutterinstitut in Heiden bzw. dessen europäischen Gesellschaft zu lösen. Man darf gespannt sein auf den Ausgang.

62 Personen nahmen an den Board Meetings teil. Anschliessend fand die ordentliche Mitgliederversammlung mit 66 Anwesenden statt, in der die üblichen statutarischen Geschäfte behandelt wurden: Berichte, Entlastung des Vorstandes und Wahlen.

Über die physische Durchführung der Herbstmeetings und dem anschliessenden Kongress zum Thema «Integration of Refugees in Europe» in Pristina (Kosovo) wird Ende Juni entschieden. Je nach Corona-Situation werden die Meetings erneut online stattfinden müssen, während der Kongress ausfallen oder erneut verschoben würde.

Peter Schulthess ist Vorstandmitglied der ASP und vertritt diese gemeinsam mit Gabriela Rüttimann in der EAP. Er ist Vorsitzender des SARC in der EAP.

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