Neuigkeiten aus der Romandie

Sandra Feroleto

https://doi.org/10.30820/2504-5199-2019-2-8

Für die ASP verlief der Sommer in der Romandie wenig erfreulich, da die Akkreditierung der Genfer Institute verweigert wurde, die wir bei diesem Prozess im Rahmen des «ASP Integral» begleitet haben … Viel Willkür und eine sehr einseitige Sichtweise, die dazu führen, dass die zuständigen Fachleute des Bundes originelle, kreative oder innovative Strukturen nicht ausreichend verstehen. Das ist eine grosse Enttäuschung für all diejenigen, die Zeit und Geld in ein derart anstrengendes Unterfangen investiert haben, nur um sich letztendlich schlicht und einfach aus der Ausbildung von Psychotherapeut*innen zurückziehen zu müssen, die sie teilweise schon seit Jahrzehnten auf unser schönes Metier vorbereitet haben.

Dieses Ergebnis hinterlässt bei vielen von uns einen unangenehmen Nachgeschmack, insbesondere da es hier um bewährte Methoden geht, die international vollständig anerkannt sind. Die ASP lässt sich dadurch jedoch nicht entmutigen. Wir haben weder vor, einfach aus der Romandie zu verschwinden, noch werden wir hinnehmen, dass das Feld der Psychotherapie derart extrem reduziert wird …

Glücklicherweise halten Sie, liebe Mitglieder, unsere Assoziation am Leben. Sie bleiben unseren Strukturen treu, unterstützen sie und bereichern unsere Arbeit durch die Diversität und den Umfang Ihrer Lebens- und Bildungshintergründe. Dies zeigt auch das Interview in dieser Ausgabe, das ich mit Elisabeth Ansen Zeder geführt habe.

Für den Film Loulou, der Schizophrenie behandelt, hatten wir die Gelegenheit, eine Partnerschaft mit dem Festival «Out of the Box» einzugehen. Wir stellen fest, dass sich Künstler*innen, Politiker*innen und die breite Öffentlichkeit mehr denn je für geistige Gesundheit interessieren und allmählich erkennen, wie wichtig individuelle Ausgeglichenheit für eine kollektive Gesellschaft ist, die eine Funktionsweise wiederfinden muss, in der alle ihren Platz finden und so akzeptiert werden, wie sie sind.

Manche arbeiten an Umbrüchen und träumen von einer Gesellschaft, die die Gesundheit wieder in den Mittelpunkt stellt. Nicht im Sinne von Konsum und damit verbunden mit immer mehr Behandlungen, deren Kosten unablässig steigen, sondern vielmehr als wertvolles Gut, das für jedes Lebewesen unverzichtbar ist und dessen Erhalt wir uns gemeinsam schuldig sind.

Gegenwärtig wird vom Bundesrat ein neues Funktionsmodell für die Psychotherapie angekündigt: Wir sollen endlich Anerkennung für unsere Qualifizierung und Professionalität erhalten, und uns soll die Verantwortlichkeit für die vollständige Begleitung bedürftiger Personen zugestanden werden. Doch Letzteres geht unverzüglich mit einem Verlust an Rechten und einer Steigerung an Bürokratie einher, weshalb bereits viele von uns völlig monotone Zusatzarbeit befürchten … Verschaffen wir uns jetzt Gehör, wenn darüber beraten wird, und hoffen wir, dass angebrachte Entscheidungen getroffen werden.

Parallel zu diesen kleinen politischen Kurswechseln versuchen andere ein Versorgungsmodell infrage zu stellen, das an seine Grenzen gekommen ist und in dem die Kosten nur noch steigen werden. Es läuft auf eine Sichtweise hinaus, wo alle Menschen im Grunde eine Gewinnmöglichkeit darstellen und deshalb zu Kranken gemacht werden … Die Lobbys sind mächtig und einflussreich, und Akteur*innen des Gesundheitswesens – zu denen wir zählen – sollten ihnen mit mehr Engagement und Kraft entgegentreten. Denn unsere gemeinsame Mission muss entschieden auf das Wesentliche ausgerichtet bleiben: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Paare, die uns brauchen, um eine Ausgeglichenheit (wieder) zu finden, die den Nährboden für Zufriedenheit bietet.

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