Editorial

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https://doi.org/10.30820/2504-5199-2019-1-3

Die ASP feiert dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Grund genug, es zum Titelthema dieser Ausgabe zu machen. Im Bericht der Präsidentin Gabriela Rüttimann finden Sie Ausführungen zur Geschichte des SPV bzw. der ASP. Aus Anlass des Jubiläums hat der Vorstand den Historiker Walter Aeschimann beauftragt, die Verbandsgeschichte unter Berücksichtigung der zeitgeschichtlichen Ereignisse und Veränderungen aufzuarbeiten. Eine Rezension von Theodor Itten stellt im Schlussteil des Hefts diese lesenswerte Schrift vor.

Ein Bericht über die Mitgliederversammlung, Informationen aus dem Sekretariat und Aktuelles aus den beiden romanischsprachigen Teilen der Schweiz runden die Rubrik «Aktuelles» ab.

Unter der Rubrik «Psychotherapie international» wird aus den EAP-Meetings berichtet. Dort diskutiert wurden unter anderem ethische und rechtliche Aspekte der internetbasierten Psychotherapie sowie ein Gesetzgebungsprozess zur Psychotherapie, der in manchen europäischen Ländern stattfindet, so in Spanien.

Berufspolitische Veränderungen zeichnen sich in Deutschland ab, wo einerseits die Systemische Therapie einen weiteren Anerkennungsschritt gemacht hat und andererseits ein neuer Gesetzesentwurf kurz vor der Verabschiedung durch den Bundesrat steht: mit Auswirkungen auf ganz Europa! Wird doch hier erstmals ein direkter akademischer Studiengang in Psychotherapie in einem Gesetz geregelt.

Esther Bulang nimmt mit ihrem Beitrag zu Spiritualität, Schamanismus und Psychotherapie in der Rubrik «Debatte» ein Thema wieder auf, das bereits in Heften der Jahre 2015 und 2016 kontrovers behandelt wurde. Sie lotet weniger die Abgrenzung von Psychotherapie zu Schamanismus aus als vielmehr die ihrer Ansicht nach notwendige Verbindung von Spiritualität, Schamanismus und Psychotherapie – und plädiert für ein Wissenschaftsverständnis in der Psychotherapie, das auch schamanisches Wissen einschliessen kann.

Kriterien der wissenschaftlichen Fundierung von Psychotherapieverfahren sind in einem aktuellen Diskurs neu entfacht. Anlass gab der deutsche Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) mit der Ablehnung der Humanistischen Psychotherapie und der Gestalttherapie als psychotherapeutische Verfahren. In der Rubrik «Fokus» zeichnet Peter Schulthess die Argumentationslinien nach und bespricht einen weiteren Anlass des Diskurses: die Akkreditierungsverfahren in der Schweiz und die Arbeit der Psychologieberufekommission (PsyKo).

Auch in den «Fokus» nimmt Armin Baumann ein Thema, das viele PsychotherapeutInnen beschäftigt, die mit IV-PatientInnen arbeiten, und kritisiert die Praxis, dass Gutachten von PsychotherapeutInnen von der Invalidenversicherung kaum berücksichtigt und entwertet werden. Er möchte mit seinem Beitrag zum Austausch betroffener PsychotherapeutInnen aufrufen, um zu sondieren, wie zur Behebung dieses Missstandes gemeinsam vorgegangen werden kann.

«Nachgefragt» wurde dieses Mal bei Peter Müller-Locher, einem langjährigen Mitglied der ASP und abtretenden Vorsitzenden der Kommission für Qualitätssicherung (KQS) der Charta.

Drei weitere Buchbesprechungen runden das Heft ab: Eine widmet sich einem Sachbuch zur Psychotherapie-Ethik, die zwei anderen handeln von PatientInnen, deren Geschichten aus Angehörigen- bzw. PatientInnensicht dargestellt werden.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Peter Schulthess, Redaktionsleiter

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