Aktuelles aus der italienischen Schweiz

Nicola Gianinazzi

Wir beraten regelmässig Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Psychologie und Psychotherapie auf individueller Basis sowie in- und ausländische Bildungsinstitutionen und sonstige private und öffentliche Einrichtungen.

Was die verbandsinterne Tätigkeit betrifft, so besteht diese vor allem in der Vermittlung zwischen regionalen und nationalen Institutionen sowie aus der Beratung wie auch Überarbeitung und Übersetzung von informativen oder technischen Texten.

Als Delegierter arbeite ich intensiv mit dem Istituto Ricerche di Gruppo (IRG) zusammen, um die verschiedenen Phasen der Akkreditierung vorzubereiten und zu betreuen, insbesondere die Besuche der benannten Expertinnen und Experten der Agentur für Akkreditierung und Qualität (AAQ): Der Besuch der Expertengruppe fand Anfang März statt, und wir können zusammenfassen, dass zahlreiche Stärken des Instituts hervorgehoben wurden, ebenso aber zwei unvermeidliche Schwächen, die es zu verbessern gilt. Das IRG und das ASP-Integral-Konzept stiessen auf starkes Interesse und das Treffen war sehr herzlich und konstruktiv.

Da ich ab diesem Jahr neu als Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Psychotherapie-Wissenschaft tätig bin, werden die italienische Schweiz und das italienische Panorama in unserem Themenmagazin stärker präsent und sichtbarer sein.

In letzter Zeit wurde der Austausch mit Universitätsprofessorinnen und -professoren verschiedener Universitäten und Fakultäten im Tessin weiter vertieft. Diese interessante Tätigkeit im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist nützlich und wichtig, um sowohl die Ausbildungsvorschläge als auch die Beiträge in unseren Verbandszeitschriften zu bereichern. Diesbezüglich haben wir auch die redaktionelle Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Psicoterapia e scienze umane («Psychotherapie und Humanwissenschaften») intensiviert, deren Co-Direktor Paolo Migone ist.

Panorama der Tessiner Psychotherapie-Landschaft

Am 14. März fand an der Universität der italienischen Schweiz (USI) ein gut besuchter und äusserst interessanter Abend statt, unter Teilnahme von StudentInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen sowie ProfessorInnen und ForscherInnen. Auch die USI mit ihrem Rektor und verschiedenen ProfessorInnen sowie VertreterInnen der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) und des Neurozentrums waren vertreten.

Im Mai ist ein Schulungstag vorgesehen, ein Ergebnis des Austausches – im Sinne der kontinuierlichen Weiterbildung und Supervision – zwischen Ärztinnen und Ärzten für Psychiatrie und Psychosomatik der Schweizerischen Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM), des IRG, der Universität San Raffaele in Mailand und ASP-Psychotherapeutinnen und -therapeuten zum Themenbereich «Psychosomatische Medizin – Die Darm-Hirn-Achse».

Seit der Einrichtung der neuen Fakultät für Biomedizin in Lugano beschäftigt sich das Ideatorio della Svizzera italiana («die Ideenfabrik der italienischen Schweiz») der USI zunehmend mit Gesundheitsfragen und deren Kosten oder – zum Beispiel – mit den Erwartungen der PatientInnen gegenüber ÄrztInnen. Die Psychotherapie – zumal nach dem, was sich in Bezug auf das «Anordungsmodell» bewegt hat bzw. zum Stillstand gekommen ist – hat zu diesem Thema etwas zu sagen.

Jenseits der Grenze

Vor kurzem wurde Umberto Galimbertis Nuovo Dizionario di Psicologia, Psichiatria, Psicoanalisi e Neuroscienze («Neues Lexikon der Psychologie, Psychiatrie, Psychoanalyse und Neurowissenschaften») von der Lombardischen Psychologischen Gesellschaft herausgegeben und vorgestellt. Der Autor musste vor einigen Jahren schweren Herzens unsere Einladung absagen, um sich voll und ganz der Arbeit an diesem Werk zu widmen:

«Das Nachschlagewerk enthält viertausend Begriffe, die sich auf die vier Fachgebiete Psychologie, Psychoanalyse, Psychiatrie und Neurowissenschaften beziehen. Diese ursprünglich aus der Philosophie stammenden Disziplinen übernehmen Konzept-Modelle aus verwandten Bereichen wie Epistemologie, Phänomenologie, Kulturanthropologie, Soziologie, Pädagogik, Linguistik und Hermeneutik. Heute dehnt sich dieser Bereich auf die neuen Grenzen der Neurowissenschaften aus, ohne die Fortschritte auf dem Gebiet der Theorien des Geistes, der Psychometrie, der Statistik und der Psychologie der neuen Medien zu vernachlässigen.»

Bei dieser Gelegenheit weisen wir darauf hin, dass die Zeitschrift Psicoterapia e Scienze Umane («Psychotherapie und Humanwissenschaften») seit 2017 auch im «Web of Science» – einer auf internationaler Ebene äusserst renommierten Datenbank wissenschaftlicher Zeitschriften – verzeichnet ist. Sie ist sogar die einzige italienische Zeitschrift für Psychotherapie (und natürlich auch für Psychoanalyse), die dort vertreten ist. Ihre Internetadresse lautet:

www.psicoterapiaescienzeumane.it

Abschliessend möchte ich von der kognitiven Seite her auf die interessante Website «State of Mind» hinweisen, die unter der folgenden Adresse zu finden ist:

www.stateofmind.it/psicoterapia

Nicola Gianinazzi,

Vorstandsmitglied ASP,

Delegierter für die italienische Schweiz

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