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Aus dem Präsidium

Intensives Präsidialjahr

Wie in all unseren Publikationskanälen zu lesen ist, werden die allermeisten Aktivitäten unseres Verbandes gegenwärtig vom Akkreditierungsprozess dominiert. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich alle Beteiligten, angefangen bei der Steuergruppe, über die Kommission für Qualitätssicherung, die Mentor/innen bis hin zu den beteiligten Partnerinstitutionen und natürlich auch der Gesamtvorstand und die Geschäftsstelle der ASP, voller Motivation in die umfangreiche Arbeit stürzten und den ehrgeizig gesetzten Terminplan einhielten. Den Sommer hindurch sind praktisch kiloweise Dokumente entstanden, die für die Eingabe einer möglichen Zulassung unserer ASP-Weiterbildungsgänge notwendig sind. Dieser Prozess ist einerseits lähmend, weil er uns enorme Ressourcen abverlangt. Andererseits beflügelt er die Fantasie und bietet unvermutete Chancen, weil neue Türen aufgestossen werden – nicht nur in der ASP, sondern auch in den Instituten, die ihre Weiterbildungen teilweise anders denken oder sogar neu überdenken müssen. Die wohl grösste Herausforderung ist dabei, ein gemeinsames Ganzes zu schaffen und gleichzeitig das Eigene zu wahren.

Noch wird uns dieser Akkreditierungsprozess einige Zeit beanspruchen, dies nicht nur personell, sondern auch finanziell. Es ist ein Parcours mit ungewissem Ausgang, denn wir wissen nicht, wie die Akkreditierungskommission unsere Eingabe beurteilen wird, ob und wieviel zusätzliche Arbeit auf uns zukommt.

Als Präsidentin der ASP und Mitbeteiligte an diesem spannenden Prozess ist es mir ein grosses Anliegen, mich bei allen Akteuren ganz herzlich für ihren bisher geleisteten grossen und unermüdlichen Einsatz zu bedanken.

Vorstandsretraite in Vitznau

An unseren Retraiten geben wir unter anderem Betrachtungsweisen Raum, die unter dem Jahr keinen Platz finden. So haben wir uns die zukunftsweisende Frage gestellt: Wohin führt der Weg der ASP?

Als Präsidentin der ASP erachte ich es als meine Aufgabe, mich auf einer Flughöhe zu bewegen, bei der ich die Gesamtsicht unseres Verbandes nicht aus den Augen verliere und trotzdem die einzelnen Felder, die bearbeitet werden müssen, erkennen kann.

In anderen Worten möchte ich mir eine globale Betrachtungsweise gegenüber unserem Verband wahren. Generell erachte ich als wichtig, zu überlegen, wie wir der Psychotherapie in Forschung und Entwicklung mehr Gewicht geben können. Hierzu möchte ich Sie grad nochmals auf die Tagung «Research for Practitioners: Connecting Psychotherapy Practice and Research» vom 16./17. Februar 2016 in Wien aufmerksam machen. Im Einzelnen gilt es, die Mitglieder vermehrt zu pflegen, um ihnen eine berufliche und kulturelle «Heimat» zu bieten. Auch wenn die Akkreditierung derzeit viele unserer Ressourcen bindet, wollen die Mitglieder mit uns im Dialog bleiben und von uns hören, was sie von uns erwarten können. Dazu gehört die Bereitstellung guter Fortbildungsangebote und weiterer Dienstleistungen, die sie zur Unterstützung bei der Ausübung ihres Berufes benötigen. Es braucht Ideen, wie angehende oder junge Psychotherapeut/innen mit Praktikumsplätzen versorgt und für unseren Verband gewonnen werden können, ohne dabei die älteren Mitglieder zu vernachlässigen. Dies sind einige der Eckpunkte, die uns im nächsten Jahr beschäftigen werden.

Neben persönlichen Visionen für die ASP kamen an der Retraite selbstverständlich auch tagesaktuelle Themen zur Sprache. Hauptthema war auch hier das Curriculum und wie der Akkreditierungsprozess am besten gesteuert werden kann. Zu diskutieren gab auch die Aufnahme von Mitgliedern in unseren Verband. Es herrschte Einigkeit darüber, dass zusammen mit den Qualitätskriterien der Charta die psychotherapierelevante Weiterbildung vollständig erfüllt sein muss, um jemanden als ASP-Mitglied zu qualifizieren. Bereits ein Dauerbrenner sind die Anstrengungen zur Aufnahme der Psychotherapie in die Grundversicherung. Last, but not least ging es um die Finanzen der ASP und Überlegungen, wie diese auch in Zukunft gesichert werden können.

Neue Geschäftsleitung

Vor gut sechs Jahren hat Dr. Emil Stutz die Geschäftsleitung der ASP (dazumal SPV) übernommen. Als erster operativer Geschäftsleiter überhaupt übernahm er damals die Aufgaben des geschäftsleitenden Vorstands unter Theodor Itten. Emil Stutz war mit der Ambition angetreten, die Suisse Romande und das Tessin enger mit der Deutschschweiz zusammen zu führen. Eine weitere grosse Aufgabe, die für die Geschäftsleitung bevorstand, war die Einführung des PsyG, die er mit Freude angehen wollte. Beide «Versprechen» hat er mit Bravour gehalten; die ASP verfügt heute über Sektionen in der Romandie und im Tessin, angeführt von Bruno de Raemy und Nicola Gianinazzi. Mit der Annahme des PsyG wurde die ASP zum massgebenden Verband in Bezug auf den Psychotherapieberuf in der Schweiz. Die Geschäftsstelle der ASP ist mittlerweile eine feste Grösse innerhalb des Verbands und nicht mehr wegzudenken.

Emil Stutz hat nun beschlossen, im März 2016 in Frühpension zu gehen und seinen zahlreichen privaten Projekten endlich mehr Raum zu geben. Als Präsidentin bedauere ich seinen Weggang und danke ihm auch auf diesem Weg für seine wertvollen Dienste. Für seinen weiteren Lebensweg wünsche ich ihm im Namen des Vorstandes alles Gute.

Für die Nachfolge der Geschäftsleitung konnte Marianne Roth gewonnen werden. Sie ist bereits seit sieben Jahren Kommunikationsbeauftragte der ASP und deshalb bekannt mit deren Inhalten und Anliegen. Damit bietet sie Gewähr für Kontinuität in unserem Verband, die gerade zum jetzigen Zeitpunkt unerlässlich ist. Als ehemalige Abteilungsleiterin und Geschäftsleitungsmitglied eines grossen Schweizer Hilfswerks und seit 10 Jahren selbständige Kommunikations- und Fundraising-Fachfrau ist sie vertraut mit den Führungsaufgaben und Herausforderungen einer Nicht-Regierungsorganisation. Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit und heisse Frau Roth herzlich willkommen.

Ihnen liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich lichtvolle und wärmende Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Ihre Präsidentin

Gabriela Rüttimann

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