Buchbesprechung

Kaul, Eva & Fischer, Markus, (Hg). (2024).
Einführung in die Integrative Körperpsychotherapie IBP (Integrative Body Psychotherapy)
2., vollst. überarb. u. erw. Aufl. Hogrefe, 344 S. 58.50 CHF, 45.– EUR ISBN: 978-3-456-86327-6

Psychotherapie-Wissenschaft 15 (1) 2025 97

www.psychotherapie-wissenschaft.info

CC BY-NC-ND

https://doi.org/10.30820/1664-9583-2025-1-97

In dieser zweiten, erweiterten Auflage wird der Ansatz der Integrativen Körperpsychotherapie IBP (Integrative Body Psychotherapy) in ausführlicher Weise vorgestellt. Das Buch ist nicht bloss eine Einführung in diesen spezifischen Ansatz, sondern enthält auch viele generelle Ausführungen zur Körperpsychotherapie. IPB vertritt, wie der Name sagt, einen integrativen Ansatz mit einem ganzheitlichen Menschenbild, wo Körper, Psyche und Geist als untrennbare Ganzheit verstanden werden.

Insgesamt 13 AutorInnen haben Beiträge zu diesem Lehrbuch verfasst. Es deckt ein breites Spektrum an Themen ab. Einleitend werden Ausführungen zu Geschichte, dem Menschenbild und den Grundlagen der IBP gemacht. Danach folgt ein Kapitel «Der Mensch in seiner Lebenswelt», das auch Ausführungen zum Gesundheits- und Krankheitsverständnis enthält. Unter dem Titel «Praxistheorie der IBP» werden Ausführungen zur therapeutischen Grundausrichtung gegeben, dem Verhältnis von Körper und Wort bzw. der therapeutischen Kommunikation, der Steuerung des Therapieprozesses, der therapeutischen Beziehung und nicht zuletzt der Risiken und Grenzen der Methode.

IBP fusst auf humanistischen und psychodynamischen Grundkonzepten, die in je einem Kapitel erläutert werden. IBP verfügt über ein ausgearbeitetes Persönlichkeitsmodell. Die damit verbundenen speziellen Arbeitsweisen mit verschiedenen Aspekten dieses Persönlichkeitsmodell werden anschaulich und mit Praxisbeispielen geschildert. Ein eigenes Kapitel enthält die Reflexion neurobiologischer Aspekte der Stressregulation. Ausführlich wird die konkrete Atem- und Körperarbeit der IBP beschrieben. Phasen des therapeutischen Prozesses werden unterschieden und dargestellt. Den Abschluss bildet ein Kapitel über die Arbeit mit Sexualität in der Psychotherapie.

Den AutorInnen ist es gelungen, in anschaulicher Weise den Ansatz der IBP umfassend darzustellen. Wer sich für ganzheitliche Körperpsychotherapie interessiert, der/die findet in diesem Buch eine Fülle anregender Informationen. Ulrich Geuter, ein Experte der Körperpsychotherapie, meint in seinem Geleitwort gar, dass die Fülle der Themen und die Verbindung von Konzepten mit wissenschaftlichen Erkenntnissen «das Buch zu einem der besten und instruktivsten Bücher zur Körpertherapie im deutschen Sprachraum» machen (S. 12).

Ich habe durch die Lektüre einen anschaulichen Einblick in die Konzepte und Arbeitsweise der IBP erhalten und empfehle das Buch gern als Einführung und Lehrbuch. IBP wird meiner Meinung nach in der Schweiz zu Recht als wissenschaftlich fundierter Ansatz der Psychotherapie anerkannt. Diese Publikation belegt das.

Peter Schulthess